Die CT-gesteuerte Schmerztherapie kommt bei bestimmten Formen chronischer Rückenschmerzen zum Einsatz, wobei in unserer Praxis nur Eingriffe an der Lendenwirbelsäule und den Kreuzbeingelenken durchgeführt werden, da dort die meisten Indikationen vorliegen und die Rate möglicher Komplikationen gering ist (Eingriffe an der Halswirbelsäule sollten spezialisierten Zentren oder der Zusammenarbeit mit einem Neurochirurgen vorbehalten bleiben). Folgende Verfahren werden angeboten:

1. Periradikuläre Therapien
    = Infiltrationen der komprimierten Nervenwurzeln
       (bei Bandscheibenvorfällen)

2. Facetteninfiltrationen
    = Infiltrationen in die Facettengelenke
       (bei degenerativen Veränderungen der Wirbelgelenke)

3. ISG-Infiltrationen
    =Infiltrationen in die Kreuzbeingelenke
      (bei Blockaden der IS-Gelenke)

Bei allen Verfahren werden der gereizte Nerv bzw. die Facettengelenke oder die Kreuzbeingelenke mit einem Gemisch aus einem Lokalanästhetikum (Xylocain) und einem Entzündungshemmer (Cortison) umspritzt. Beim Bandscheibenvorfall schwillt der betroffene Spinalnerv durch den Druck an, außerdem wird eine Entzündung ausgelöst, was die Schmerzsymptomatik verstärkt und einen regelrechten Teufelskreis auslöst. Ziel der Behandlung ist deshalb, diesen zu durchbrechen, indem der Nerv zum Abschwellen gebracht und die Entzündung bekämpft wird.

   Der Vorteil der CT-Steuerung besteht darin, dass die Injektionsnadel sehr präzise an den Wirkort vorgeführt werden kann. Die dünne Injektionsnadel verursacht dabei nur einen geringen Schmerz, der gut auszuhalten ist (eine vorherige Schmerzbetäubung ist nicht zweckmäßig, da die dafür notwendige Nadel dicker als die eigentliche Spinalnadel wäre, so daß dadurch der Schmerz verstärkt und nicht verringert würde).

   Die Erfolgsaussichten für eine CT-gesteuerte Schmerztherapie liegen bei ca. 80%, eine sorgfältige Indikation vorausgesetzt. Notwendig ist vor allem das Vorliegen eines aktuellen CT oder MRT der LWS, damit die Ursache für die Schmerzen genau lokalisiert und mit der klinischen Symptomatik korreliert werden kann. Dadurch wird verhindert, daß möglicherweise nicht das richtige Segment infiltriert wird, was die Erfolgsaussichten der Behandlung zwangsläufig vermindern würde. Die Wirkungsdauer ist individuell unterschiedlich, wobei selbst eine Schmerzfreiheit von nur einigen Monaten für einen chronischen Schmerzpatienten wertvoll ist, zumal das Verfahren kaum belastet, komplikationsarm und preisgünstig ist und ggf. wiederholt werden kann. Alle Therapieverfahren stellen Kassenleistungen dar, Kassenpatienten müssen also nichts hinzuzahlen.

   Die Behandlung dauert ca. 10 Minuten. Nachher können Sie aber nicht sofort nach Hause gehen, sondern müssen für eine Nachbeobachtungszeit von 30 Minuten in unserer Praxis bleiben, um Komplikationen sofort erkennen zu können (obwohl diese sehr selten sind). Organisieren Sie bitte, wer Sie abholt und nach Hause bringt, da meist eine Schwäche des betroffenen Beines auftritt, welche das Bremsen beim Autofahren erschwert und eine Unfallgefahr bedeutet. Alternativ müßten Sie ein Taxi nehmen. Kommen Sie auf keinen Fall mit dem eigenen Wagen.

 

Nervenwurzelinfiltration   Facetteninfiltration
     
Kontrolle der Nadellage
vor Injektion der Medikamente.